Nordkurier.de: [ von Koschutnig am 2009-10-28 14:44:08 ]
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Wenn ein Österreicher jetzt sagt, er brauche seine Goggolore, um diesen Beitrag zu lesen, dann meint er nichts anderes als seine Brille.«
www.nordkurier.de/indeobjekt=nk...nachrichtenx.php?...
Der Schreiber im `Nordkurier´ hat sich offenbar mit Kärntnern unterhalten.
Heinz-Dieter Pohl listet das Wort im "Kleinen Kärntner Wörterbuch" als
"Kokalóre, Kokolóre, pl. Augengläser; Brillenträger; (übertragen) m. witzige Person."In Wiktionary und Wikipedia wird "Goggolore = Brille" als Kärntner Mundartwort geführt.
Der Goggolori, Goggolore andererseits ist eine bayerische Sagenfigur, populär geworden in den 1930er Jahren durch ein Buch von Otto Reuther (s. Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Goggolore). Siehe auch Einträge "Gogolori" und "Gogalore"
Ursprung: Verb "gaukeln" = Zauberei, Narrenpossen treiben"
althochdeutsch: "gouggalari", mhd. "goukeloere" = Zauberer, Taschenspieler,
Gaukler
Möglicherweise durch Laut-Assoziation von "gucken", "Guckerln" zum "Goggolori" ist das Kärntner Wort für "Brille" entstanden
Das Wort wird auch auf einen "leicht verblödeten Menschen" (Wikipedia) angewandt. Mangelndes Sehvermögen wurde oft mit vermuteter verminderter Geisteskraft assoziiert: Auch "blöd", das ursprünglich nur "schwach, gebrechlich" bedeutete, erfuhr aufgrund der "blöden Augen" (= Kurzsichtigkeit) seine heutige Umdeutung (Blödsinn = Schwachsinn).
Überhaupt nichts mit der Bedeutung "Brille" zu tun haben die zahlreichen Beispiele für "Kokolores" unter
http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=22&Wort_id=9995748